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Der dritte weltweite Klimastreik am 20.09.2019 in Augsburg

Die GEW Augsburg wird am Klimastreik am 20.09.2019 teilnehmen. Wir freuen uns darauf, unsere Kolleginnen und Kollegen dort zu treffen!

Hier noch alle wichtigen Eckdaten:

Beginn 11:00 Uhr

Ort: Rathausplatz Augsburg

Dauer: ca. 3 Stunden

FFF rufen diesmal alle gesellschaftlichen Gruppen auf, sich am Klimastreik zu beteiligen.

Hier der Link zur Infoseite zum 20.09.2019 von FFF:

https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/#post-18396

Appell zur Beteiligung an der Klimademo am 20.09.2019

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

die GEW unterstützt den Appell von Fridays for Future, sich am 20.09.2019 an der weltweiten Klimademo zu beteiligen. In Deutschland entscheidet an diesem Tag die Bundesregierung über ihre weiteren Schritte in der Klimapolitik.

Der Klimaschutz geht uns alle an! Auch der Vorstand und die Beschäftigten der GEW Bayern werden sich an der Protestaktion am 20. September beteiligen. Wir möchten auch unsere Mitglieder dazu ermutigen, sich den Demonstrationen in Bayern anzuschließen. Neben Gewerkschaften haben zahlreiche andere Organisationen und Verbände aufgerufen, die Forderungen für einen längst überfälligen Klimawandel zu unterstützen. Denn:

Der Klimawandel stellt eine sehr reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation dar. Er wird zu dramatischen Veränderungen unserer Lebensbedingungen führen, wenn wir nicht dagegen steuern. Die GEW stellt sich als Bildungsgewerkschaft ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und steht hinter der zentralen Forderung von Fridays For Future: die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5 °C Ziels.

Die Beschäftigten im Bildungs- und Erziehungsbereich sind insbesondere für die kommenden Generationen tätig. Den jungen Menschen heute stellt sich eine enorme Herausforderung und wir schließen uns daher ihren und den Forderungen der Wissenschaft an. Jede Bildung, ob in Kita, Schule, Hochschule oder Weiterbildung ist der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Das UNESCO-Weltaktionsprogramm, Bildung für nachhaltige Entwicklung (https://www.bne-portal.de/), wird seit Jahren aktiv von der GEW unterstützt.

Es muss Schluss sein mit dem globalen Wettbewerb um natürliche Ressourcen und deren sinnlose Ausbeutung mit verheerenden sozialen und ökonomischen Folgen für einen großen Teil unserer Weltbevölkerung!

Wir würden uns freuen, viele unserer Mitglieder am 20. September bei der Demo zu sehen, die in zahlreichen bayerischen Städten stattfinden wird. Auf der Seite https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/ findet ihr eine Landkarte und eine Zeile zum Suchen des Ortes. Hier eine alphabetische Auswahl, allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Amberg; Ansbach; Augsburg; Bad Tölz; Bamberg; Bayreuth; Dachau; Deggendorf; Dingolfing; Dorfen; Eggenfelden; Eichstätt; Erlangen; Feuchtwangen; Fürth; Haßfurt; Kempten; Kulmbach; Landsberg; Landshut; Lindau; Marktoberdorf; München; Neustadt an der Donau; Nürnberg; Penzberg; Regensburg; Schweinfurt; Sonthofen; Traunstein; Ulm; Weiden; Weilheim; Würzburg uvm.

An die Arbeitgeber und Dienstherren appellieren wir, mitzumachen oder mindestens die Beschäftigten zur Beteiligung zu motivieren und ihnen keine Steine in den Weg zu legen. Ein gemeinsamer Tag für eine hoffentlich bessere Zukunft! Die Fridays For Future-Bewegung fördert das öffentliche Bewusstsein über die Bedrohung der Welt durch den Klimawandel auf beispielhafte Weise. Je mehr dabei sind, umso bedeutender die Signale an die politisch Verantwortlichen!

Das könnt ihr selbst tun, falls euer Arbeitgeber sich bis jetzt zurückgehalten hat:

·    überzeuge dein Kollegium und die Vorgesetzten, als Betrieb oder mit der ganzen Schule zur Demo zu gehen (das kann die Gewerkschaft euch nicht abnehmen, da es nicht um eine Tarifauseinandersetzung geht sondern um ein allgemein gesellschaftliches Interesse)

·    wenn der Arbeitgeber die Beschäftigten nicht freistellt, beantragt kollektiv einen Tag Urlaub oder führt eine aktive Mittagspause vor oder im Betrieb durch

·    überzeuge die Eltern der Kinder in deiner Kita, Krippe und Hort, gemeinsam zur Demo zu gehen

·    als Lehrer*in nutze die Gelegenheit und biete eine Exkursion o.ä. zur Demo an

·    organisiert über euren Personalrat eine außerordentliche Personalversammlung im Freien oder einen Ausflug mit dem Kollegium zur Demo·   

·    werde aktiv bei: Fridays For Future, Pädagogen For Future, Kita For Future, Parents For Future,  Scientists For Future (Links bei https://www.gew-bayern.de/20_09_klima )

Wenn du mehr Informationen benötigst, dann besuche die Homepage der Bundes-GEW. Dort findest du Hintergrundwissen, Positionen und Meinungen.

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/demonstrieren-fuer-klimaschutz/

Bis zum 20. September also!

Eure GEW Bayern!

verantwortlich:

Elke Hahn, Geschäftsführerin

GewerkschafterInnen für Klimaschutz

Klimagewerkschafter/innen zum Appell von Fridays for Future „Streikt mit uns“ am 20. September 2019: Aufruf an Kolleginnen und Kollegen: Wir sind gefordert – Seid auch dabei! 

“Greta Thunberg, Luisa Neubauer und viele andere junge Menschen von Fridays for Future rufen für den 20. September ’19 zu einem weltweiten Klimastreiktag auf

Dies verstehen wir auch als Aufruf an Gewerkschaften, Betriebsräte, Arbeitnehmer*innen aktiv zu werden und sich für den Klimaschutz und zukunftsweisende Arbeitsplätze einzusetzen. Auch wir wollen wie die Eltern und WissenschaMler (Parents und Scientists for Future) unseren Beitrag dazu leisten, dass der 20. September Auftakt zu einer Wende hin zu einer sozialen und ökologischen Gesellschaft wird. An diesem Tag können Betriebsversammlungen stattfinden, Aushänge gemacht und Flugblätter verteilt werden. Es können Warnstreiks für einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Erneuerbaren Energien organisiert und für die Beteiligung an den Demonstrationen mobilisiert werden. Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen dazu auf, kreativ mitzuwirken, damit die Gewerkschaften und Beschäftigte aktiver Teil der Klimabewegung werden.” Aufruf der Klimagewerkschafter/innen mit Erstunterzeichner/innen 

PM Das Augsburger Schulsanierungsdesaster


Augsburg, 06.06.2019. Im Oktober 2014 hat der Augsburger Stadtrat das Schulsanierungspaket beschlossen. Man kalkulierte damals für die nötigsten Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen an den Augsburger Schulen „grob“ – wie mehrmals in der Beschlussvorlage betont – Kosten von 342.660.000 Euro für den Zeitraum von 2015 – 2030.

Damals nannte man das Kind beim Namen: „Schulsanierungsprogramm“. Auf die Summe von knapp 342 Millionen Euro kam man, weil die Stadt die letzten 40 Jahre ihre Unterhaltspflichten vernachlässigt hat. Sonst käme man kaum auf ein solch gewaltiges Sanierungsvolumen, das trotz allem hinten und vorne nicht reicht. Man munkelt etwas von einer Milliarde Euro, die nötig wären, um die Augsburger Schulen tatsächlich auf einen modernen Stand zu bringen.

Seit 2015 nennt die Stadt das Schulsanierungsprogramm „Bildungsförderprogramm“. Das klingt besser -Bildung will ja schließlich jeder! Allerdings: Das viele Geld fließt nicht in die Förderung von Bildung der Augsburger Schülerinnen und Schüler, sondern nur in die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs, den Bauunterhalt der Gebäude und eben in die Anpassung an moderne Brandschutzmaßnahmen.

Für die „Bildung“ selbst fällt davon kein Cent ab.

Im April 2017 wurde im Stadtrat ein Grundsatzbeschluss zur Generalsanierung des Holbein-Gymnasiums gefasst. Liest man diesen Beschluss, muss man um Leib und Seele der Schülerinnen und Schüler, wie auch um die der Lehrerinnen und Lehrer und der anderen Schulmitarbeiterinnen fürchten!

Seitdem ist wenig passiert. Im Doppelhaushalt 2019/20 wurden 150.000 Euro Planungsmittel für die Generalsanierung eingestellt.

2018 gab es eine Vorplanung durch die Schulgemeinschaft, unterstützt durch das Schulverwaltungsamt.

Allerdings gibt es seit dem Beschluss von 2017 von offizieller Seite auch keine konkreten Maßnahmen, die mit einer „Generalsanierung“ zusammenhängen würden.

Für den gestrigen Bildungsausschuss gab es nun die Beschlussvorlage des Bildungsreferats, die Generalsanierung am Holbein-Gymnasium auf unabsehbare Zeit zu vertagen.

Es ist ein Unding, dass die Schulfamilie des Holbeingymnasiums erst jetzt und nur auf Umwegen und nicht durch die Verwaltung vom Plan erfährt, die Generalsanierung abzublasen. Hier wird ohne Not Vertrauen zerstört. Den engagierten Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern wird unmittelbar vor Augen geführt, wie ernst „Bürgerbeteiligung“ in dieser Stadt genommen wird.

Ebenfalls gestern stellte die CSU einen Antrag, den Beschluss von 2017 endlich umzusetzen und mit der Planung der Generalsanierung zu beginnen. Haben wir etwas versäumt? Oder sind Herr Dr. Gribl und Herr Bildungsreferent Köhler nicht zufällig in der Regierung und in der CSU, die in der ganz großen Koalition mit SPD und Grünen 2017 beschlossen haben, das Holbein Gymnasium zu sanieren?! Heutzutage muss die Regierungspartei und der OB selbst Anträge stellen, damit ihre eigenen Stadtratsbeschlüsse umgesetzt werden! Fürwahr merkwürdige Zeiten! Nun wurde gestern Im Ausschuss keine Entscheidung gefällt – eine nicht wirklich befriedigende Lösung.

Und, wenn das wirklich so ist, braucht es niemanden zu wundern, dass in den letzten Jahren dringende Schulsanierungs-Vorhaben liegengeblieben sind. Die FOS/BOS und die Versagensgeschichte dort, eine Besserung der Lehr- und Lernzustände in die Wege zu leiten, sprechen für sich. Wahrscheinlich braucht die GroKo Augsburgs noch einen CSU-Antrag, den Beschluss zur Sanierung der FOS/BOS umzusetzen. Wobei hier natürlich der falsche Beschluss gefasst wurde. Ein Neubau wäre hier sinnvoller.

In Anbetracht der Tatsache, dass nicht nur Augsburg Probleme hat, die Instandhaltung und Sanierung der Schulen zu finanzieren, stellt sich die grundsätzliche Frage: Lässt die seit Menschengedenken CSU-geführte Staatsregierung die Kommunen am langen Arm verhungern und bei ihren Pflichtaufgaben im Regen stehen?

Die schwarze Null und ein bayerisches Weltraumprogramm… man muss nicht lange suchen, um Gründe für den Sanierungsstau zu finden. Geld wäre da – man müsste es nur für das Richtige ausgeben: Der Bildung der jungen Generationen.  

Käme der Freistaat seinen Verpflichtungen aus dem Bayerischen Schulfinanzierungsgesetz nach, so würde die Stadt Augsburg jährlich ca. 10 Millionen Euro mehr vom Freistaat für ihre Lehrer bekommen. Davon hätte man sicherlich ein schönes Stück des Unterhalts der Schulen finanzieren können! (siehe detaillierte Zusatzinfo)

Dennoch kann man bei dem derzeitigen Augsburger Schulsanierungsdesaster eine Gemeinsamkeit von Augsburgs Stadtregierung und der Bayerischen Staatsregierung erkennen: Mangelhafte Prioritätensetzung.

Die Forderungen der Schülerinnen und Schüler an die Politik

Fridays For Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels. Explizit fordern wir für Deutschland:

  • Nettonull 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Entscheidend für die Einhaltung den 1,5°C-Ziels ist, die Treibhausgasemissionen so schnell wie möglich stark zu reduzieren. Deshalb fordern wir bis Ende 2019:

  • Das Ende der Subventionen für fossile Energieträger
  • 1/4 der Kohlekraft abschalten
  • Eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie die Kosten, die dadurch uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut UBA sind das 180€ pro Tonne CO2

Hier die ganzen Forderungen inklusive der Begründung lesen:

https://fridaysforfuture.de/forderungen/

DIE GEW Augsburg schließt sich diesen Forderungen an und dankt den Schülerinnen und Schülern für Ihren Einsatz und erklärt sich solidarisch!

PM Digitalisierung an Schulen

Augsburg, 6.02.2019. Wenn man die öffentliche Diskussion um die Digitalisierung in Schulen verfolgt, bekommt man den Eindruck, die Schüler würden in Bayerns Schulen vernachlässigt, nur weil keine bzw. wenige Tabletts und Internetverbindungen zur Verfügung stehen.

Indes, bislang ist noch nirgends der Nachweis erbracht worden, dass digitales Lernen tatsächlich einen substantiellen – oder wenigsten einen winzig kleinen – Vorteil beim Lernen mit sich bringt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Schulversuche in den Niederlanden mit sogenannten IPad Klassen wurden aufgrund mangelnden Lernerfolges wieder eingestellt. Die analog lernenden Schülerinnen in Vergleichsklassen waren den digital lernenden in allen verglichenen Kompetenzbereichen deutlich voraus. Die Kinder der Internetgurus im Silicon Valley gehen in analoge Waldorfschulen – die wissen schon warum, schließlich produzieren sie den Müll mit seinen süchtig machenden Strukturen und Funktionsweisen.

Warum sollten wir unseren Kindern diesen Mist antun, wenn es nicht einmal die Erfinder und Profiteure dieser Dinge tun?

Betrachtet man die Ergebnisse von Neurobiologen, die Lernforschung betreiben, so sind die Ergebnisse eindeutig: Frühestens ab dem Alter von 14 Jahren ist die Auseinandersetzung mit Bildschirmmedien überhaupt sinnvoll. Für jüngere Kinder und Heranwachsende ist das Gegenteil der Fall. Aber auch ab dem Alter von 14 gilt die Faustregel: Digitale Medien nur dort einsetzen, wo es wirklich sinnvoll ist, wo sie also einen echten Vorteil gegenüber analogen Lehrmitteln haben, etwa bei der Recherche nach aktuellen Themen.

Darüber hinaus ist die existierende Lernsoftware nicht ausgereift. Meist lernen die Schülerinnen, die Software zu überlisten, nicht aber die gestellten Aufgaben zu lösen. Das kann man zwar auch als „Lernfortschritt“ bezeichnen, dieser steht jedoch noch nicht im Lehrplan.

Zu guter Letzt bleibt noch festzustellen: Das Gerede von „digitaler Kompetenz“ ist Gewäsch. Wer einmal ein Kind mit einem digitalen Medium gesehen hat, weiß, wie schnell es herausfindet wie es funktioniert und wie es findet, was es finden will.

Was die Kinder und Jugendlichen brauchen, sind soziale Kompetenz und politische Bildung. Nur so können sie der Gefahr entgehen, die schöne neue Digitalwelt nicht als Mobbingwerkzeug zu missbrauchen und nur so können sie zu einem echten Koordinatensystem gelangen, der sie durch all die Informationen des digitalen Kosmos‘ hindurchführt, eine Art Ariadnefaden aus politischen Grundwerten und Achtung vor der/dem Andersdenkenden.

Beides erlernt man am besten Offline  – in der Schule, im Verein und natürlich auch zu Hause!

Fridays for Future

Update 28.01.2019: Wie der Beschluss zum Kohleausstieg jetzt zeigt, ist der Protest der Schülerinnen und Schüler sehr aktuell. Dieser Beschluss verdeutlicht, dass das Ziel der Politik nicht ist, den Klimawandel zu bremsen und den Temperaturanstieg so niedrig wie möglich zu halten, sondern das Ziel ist es, die Industrie vor finanziellen Schäden zu bewahren!

Augsburg, 25.01.2019. Die GEW Augsburg begrüßt die Proteste der Schülerinnen und Schüler sowie der Studentinnen und Studenten gegen die unzureichende Klimapolitik. 

Diese Proteste bieten die Chance, das wichtige Thema Klimaschutz wieder einmal auf die politische Agenda und in das gesellschaftliche Bewußtsein der Menschen zu rücken.

Leider lässt sich der Klimawandel nicht alleine durch einen Bewußtseinswandel Einzelner bremsen oder aufhalten. Vielmehr muss die Politik die Zügel in die Hand nehmen und Konzerne durch strenge Vorgaben reglementieren. Da sie dazu offensichtlich nicht willens ist, braucht es den starken Druck der Bevölkerung, der sie dazu zwingt. Die Schülerproteste können einen wichtigen Teil dazu beitragen, den Verantwortlichen zu zeigen: Wir sind das Volk und wir fordern einen wirksamen Klimaschutz und nicht den Schutz von Konzerninteressen.

Seit bald 40 Jahren feiert der ungezügelte Kapitalismus auf politischer Ebene in Gestalt des Neoliberalismus wilde Auswüchse. Seine kurzsichtige Wachstums- und Konsumideologie hat sich weltweit durchgesetzt, mit verheerenden Folgen für das Klima und die Natur. 

Insofern gilt:

Wer vom Klimawandel sprechen will, darf vom Kapitalismus nicht schweigen!

Soll der Klimawandel gebremst oder gestoppt werden, ist von der gegenwärtigen neoliberalen Elite wenig zu erwarten. Das kann man an der Entwicklung des Kampfes gegen den Klimawandel seit Rio 1992 sehen. Freiwillige Selbstverpflichtungen führen zu nichts. Sie werden geflissentlich umgangen, weil sie Geld kosten oder auf Kosten des Wachstums gehen.

In diesem Sinne wünschen wir den Schülerinnen und Schülern in Augsburg und anderswo viel Erfolg mit ihrer Agenda!

Pressemitteilung Die FOS/BOS: Sanierung oder Neubau?

Augsburg, 29.11.2018. Das leidige Thema der Schulsanierung begleitet die Augsburger Schulen, ihre LehrerInnen und SchülerInnen, die beteiligten Ausschüsse des Stadtrats sowie den Stadtrat selbst nun schon seit Jahren. Nach der Wahl 2014 wurde ein großangelegtes Schulsanierungsprogramm angekündigt. „300 Millionen für Augsburgs Schulen“ hieß es, werde man in die Hand nehmen, um Augsburgs Schulen auf den neuesten Stand zu bringen.

Nun war schon damals klar, dass 300 Mio. Euro gerade mal ausreichen würden, um die schlimmsten Baustellen zu beheben.

Knapp vier Jahre später ist offensichtlich: Die 300 Millionen Euro reichen hinten und vorne nicht. Auf 15 Jahre – von 2015 bis 2030– sind 300 Millionen Euro auch nur 20 Mio Euro pro Jahr. Diese Summe sollte grundsätzlich jährlich zur Sanierung und Pflege der Augsburger Schulen zur Verfügung stehen! Dass dies jahrzehntelang nicht der Fall war, ist schlicht ein Skandal!

Trotz der 300 Mio Euro gilt: Die Stadt hat nicht genug Geld, wichtige Schulsanierungen bzw. Neubauten anzustoßen. Die Verschuldung ist seit 2014 stark gestiegen – von rund 310 auf 421 Millionen Euro Ende 2018.

Dass der Geldsegen nicht ausreicht, versinnbildlicht am schönsten die FOS/BOS: ihr desolater Zustand, ihre jahrelang verschleppte und  jetzt beschlossene Sanierung, die laut Rechnung des  Baureferenten Merkle geringfügig preiswerter ist als ein Neubau. Allerdings wird dieser Neubar nach aktuellem Kenntnisstand bei jetziger Planung den Bedarf bei Fertigstellung nur zu 90% decken. Spricht: Man will für teures Geld ein Schulgebäude sanieren in dem Wissen, dass es zu klein sein wird, um alle Schüler dort unterzubringen! Sowohl das Lehrerkollegium, die betroffenen SchülerInnen und der Ministerialbeauftragte sind für einen Schulneubau!

Wie bei Sanierungen üblich, wird es natürlich teurer als geplant und es wird länger dauern. Was wird das Ergebnis sein? Augsburg wird frühestens 2028 eine sanierte FOS/BOS haben, die zu klein ist und die keiner haben will. Darüber hinaus ist an den Sanierungsplanungen zu erkennen, dass die sanierte FOS/BOS auch nicht den „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland“ entspricht, die darauf abzielen, neue, kooperative Lehr- und Lernformen auch räumlich zu unterstützen.

Kurz: Ein Neubau der FOS/BOS wäre ein vierfacher Gewinn im Vergleich zu der Sanierung:

  1. Man bekäme für das (voraussichtlich) gleiche Geld eine nagelneue Schule.
  2. Diese könnte so groß sein, wie es die gegenwärtigen Bedarfsrechnungen ermittelt haben und könnte Raum für eventuell nötige Erweiterungen schon in der Planung vorsehen.
  3. Eine moderne und neue Schule verfügte über eine zeitgemäße Raumstruktur und genügte den Ansprüchen an ein Schulgebäude im 21. Jahrhundert.
  4. Bei einem Neubau wären im Vergleich zu einem sanierten Gebäude sowohl der Brandschutz als auch die Energiefffizienz besser.

Das Problem der Stadt: Für eine Sanierung gibt es höhere Zuschüsse vom Freistaat als für einen Neubau! Dieser Unterschied beträgt prognostiziert im Fall der FOS/BOS 20 Millionen Euro (siehe BSV/18/02165 im Anhang)

Der erstaunte Laie und Bürger fragt sich nun, wie man wegen 20 Millionen Euro lieber sehenden Auges ein zu kleines und nicht den neuesten Erkenntnissen der Pädagogik und Architektur entsprechendes Gebäude für immer noch 88,4 Millionen Euro sanieren möchte? Und dies im Wissen, dass bisher noch keine städtische Sanierung im Rahmen der Kostenschätzungen abgeschlossen wurde!

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Augsburg der GEW, Dr. Tobias Bevc, stellt dazu fest: „Es ist erstaunlich, wie die Stadt sich hier vor ihrer Verantwortung drückt und lieber ein unzureichendes Sanierungskonzept im Hinblick auf den leeren Stadtsäckel umsetzt, statt mit Blick auf die SchülerInnen und LehrerInnen eine neue zukunftsgerechte Schule zu bauen. Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist die nun als preiswertere Lösung angepriesene Sanierung die schlechtere und teuere Lösung.“

Pressemitteilung Situation an der FOS/BOS – Wie geht es weiter mit dem Lehrerzimmer?

Augsburg, 29.11.2018. Seit einem Brand im Lehrerzimmer der FOS/BOS vor etwa 17 Monaten muss das dortige Lehrerkollegium mit einem „Interimslehrerzimmer“ vorlieb nehmen. In diesen Raum regnet es hinein, es ist nicht zu lüften und hat auch keinen Zugang zum Sozialraum der Lehrerinnen und Lehrer. Kurz: Es ist eine Zumutung! Der Stadt und den verantwortlichen Stellen ist diese Situation bekannt. Nur: Es geschieht nichts. Die Baustelle im ehemaligen Verwaltungstrakt, in dem es gebrannt hatte, ist zwar „eingerichtet“, jedoch verwaist, d.h. es sind keine Handwerker da, die die Schäden reparieren würden.

Auf eine Einladung für eine Teilnahme an der Personalversammlung der FOS/BOS am 5.12.2018 vom 16.11.2018 liegt bis heute, trotz einer zweiten Nachfrage am 21.11.2018, weder vom eingeladenen Bildungsreferenten Herrn Köhler, noch vom Leiter des Schulverwaltungsamtes Augsburg, Herrn Färber eine Antwort vor. Beide Herren sind aber mitverantwortlich für die unhaltbaren Zustände in der FOS/BOS. Insofern wäre eine Teilnahme an der Personalversammlung der FOS/BOS am 5.12.2018 angemessen. Vor Ort könnte man die aktuelle Situation im „Interimslehrerzimmer“ begutachten und mit den betroffenen Lehrerinnen und Lehrern Lösungen diskutieren.

Will man seitens der Verwaltung die Generalsanierung abwarten und dem Lehrpersonal solange die Interimslösung zumuten? Sollte dies der Fall sein, so sollte Herr Köhler doch so aufrichtig sein und dies auf der Personalversammlung persönlich verkünden. Einladungen einfach unbeantwortet zu lassen, ist unangemessen und den LehrerInnen und der Schulleitung gegenüber unfair.