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Fridays for Future

Update 28.01.2019: Wie der Beschluss zum Kohleausstieg jetzt zeigt, ist der Protest der Schülerinnen und Schüler sehr aktuell. Dieser Beschluss verdeutlicht, dass das Ziel der Politik nicht ist, den Klimawandel zu bremsen und den Temperaturanstieg so niedrig wie möglich zu halten, sondern das Ziel ist es, die Industrie vor finanziellen Schäden zu bewahren!

Augsburg, 25.01.2019. Die GEW Augsburg begrüßt die Proteste der Schülerinnen und Schüler sowie der Studentinnen und Studenten gegen die unzureichende Klimapolitik. 

Diese Proteste bieten die Chance, das wichtige Thema Klimaschutz wieder einmal auf die politische Agenda und in das gesellschaftliche Bewußtsein der Menschen zu rücken.

Leider lässt sich der Klimawandel nicht alleine durch einen Bewußtseinswandel Einzelner bremsen oder aufhalten. Vielmehr muss die Politik die Zügel in die Hand nehmen und Konzerne durch strenge Vorgaben reglementieren. Da sie dazu offensichtlich nicht willens ist, braucht es den starken Druck der Bevölkerung, der sie dazu zwingt. Die Schülerproteste können einen wichtigen Teil dazu beitragen, den Verantwortlichen zu zeigen: Wir sind das Volk und wir fordern einen wirksamen Klimaschutz und nicht den Schutz von Konzerninteressen.

Seit bald 40 Jahren feiert der ungezügelte Kapitalismus auf politischer Ebene in Gestalt des Neoliberalismus wilde Auswüchse. Seine kurzsichtige Wachstums- und Konsumideologie hat sich weltweit durchgesetzt, mit verheerenden Folgen für das Klima und die Natur. 

Insofern gilt:

Wer vom Klimawandel sprechen will, darf vom Kapitalismus nicht schweigen!

Soll der Klimawandel gebremst oder gestoppt werden, ist von der gegenwärtigen neoliberalen Elite wenig zu erwarten. Das kann man an der Entwicklung des Kampfes gegen den Klimawandel seit Rio 1992 sehen. Freiwillige Selbstverpflichtungen führen zu nichts. Sie werden geflissentlich umgangen, weil sie Geld kosten oder auf Kosten des Wachstums gehen.

In diesem Sinne wünschen wir den Schülerinnen und Schülern in Augsburg und anderswo viel Erfolg mit ihrer Agenda!

Pressemitteilung Die FOS/BOS: Sanierung oder Neubau?

Augsburg, 29.11.2018. Das leidige Thema der Schulsanierung begleitet die Augsburger Schulen, ihre LehrerInnen und SchülerInnen, die beteiligten Ausschüsse des Stadtrats sowie den Stadtrat selbst nun schon seit Jahren. Nach der Wahl 2014 wurde ein großangelegtes Schulsanierungsprogramm angekündigt. „300 Millionen für Augsburgs Schulen“ hieß es, werde man in die Hand nehmen, um Augsburgs Schulen auf den neuesten Stand zu bringen.

Nun war schon damals klar, dass 300 Mio. Euro gerade mal ausreichen würden, um die schlimmsten Baustellen zu beheben.

Knapp vier Jahre später ist offensichtlich: Die 300 Millionen Euro reichen hinten und vorne nicht. Auf 15 Jahre – von 2015 bis 2030– sind 300 Millionen Euro auch nur 20 Mio Euro pro Jahr. Diese Summe sollte grundsätzlich jährlich zur Sanierung und Pflege der Augsburger Schulen zur Verfügung stehen! Dass dies jahrzehntelang nicht der Fall war, ist schlicht ein Skandal!

Trotz der 300 Mio Euro gilt: Die Stadt hat nicht genug Geld, wichtige Schulsanierungen bzw. Neubauten anzustoßen. Die Verschuldung ist seit 2014 stark gestiegen – von rund 310 auf 421 Millionen Euro Ende 2018.

Dass der Geldsegen nicht ausreicht, versinnbildlicht am schönsten die FOS/BOS: ihr desolater Zustand, ihre jahrelang verschleppte und  jetzt beschlossene Sanierung, die laut Rechnung des  Baureferenten Merkle geringfügig preiswerter ist als ein Neubau. Allerdings wird dieser Neubar nach aktuellem Kenntnisstand bei jetziger Planung den Bedarf bei Fertigstellung nur zu 90% decken. Spricht: Man will für teures Geld ein Schulgebäude sanieren in dem Wissen, dass es zu klein sein wird, um alle Schüler dort unterzubringen! Sowohl das Lehrerkollegium, die betroffenen SchülerInnen und der Ministerialbeauftragte sind für einen Schulneubau!

Wie bei Sanierungen üblich, wird es natürlich teurer als geplant und es wird länger dauern. Was wird das Ergebnis sein? Augsburg wird frühestens 2028 eine sanierte FOS/BOS haben, die zu klein ist und die keiner haben will. Darüber hinaus ist an den Sanierungsplanungen zu erkennen, dass die sanierte FOS/BOS auch nicht den „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland“ entspricht, die darauf abzielen, neue, kooperative Lehr- und Lernformen auch räumlich zu unterstützen.

Kurz: Ein Neubau der FOS/BOS wäre ein vierfacher Gewinn im Vergleich zu der Sanierung:

  1. Man bekäme für das (voraussichtlich) gleiche Geld eine nagelneue Schule.
  2. Diese könnte so groß sein, wie es die gegenwärtigen Bedarfsrechnungen ermittelt haben und könnte Raum für eventuell nötige Erweiterungen schon in der Planung vorsehen.
  3. Eine moderne und neue Schule verfügte über eine zeitgemäße Raumstruktur und genügte den Ansprüchen an ein Schulgebäude im 21. Jahrhundert.
  4. Bei einem Neubau wären im Vergleich zu einem sanierten Gebäude sowohl der Brandschutz als auch die Energiefffizienz besser.

Das Problem der Stadt: Für eine Sanierung gibt es höhere Zuschüsse vom Freistaat als für einen Neubau! Dieser Unterschied beträgt prognostiziert im Fall der FOS/BOS 20 Millionen Euro (siehe BSV/18/02165 im Anhang)

Der erstaunte Laie und Bürger fragt sich nun, wie man wegen 20 Millionen Euro lieber sehenden Auges ein zu kleines und nicht den neuesten Erkenntnissen der Pädagogik und Architektur entsprechendes Gebäude für immer noch 88,4 Millionen Euro sanieren möchte? Und dies im Wissen, dass bisher noch keine städtische Sanierung im Rahmen der Kostenschätzungen abgeschlossen wurde!

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Augsburg der GEW, Dr. Tobias Bevc, stellt dazu fest: „Es ist erstaunlich, wie die Stadt sich hier vor ihrer Verantwortung drückt und lieber ein unzureichendes Sanierungskonzept im Hinblick auf den leeren Stadtsäckel umsetzt, statt mit Blick auf die SchülerInnen und LehrerInnen eine neue zukunftsgerechte Schule zu bauen. Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist die nun als preiswertere Lösung angepriesene Sanierung die schlechtere und teuere Lösung.“

Pressemitteilung: Die Stadt ist unfähig Schulentwicklung zu steuern und Gebäude in Schuss zu halten

Viele Augsburger Schulen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer müssen die Unfähigkeit der Stadt ausbaden, Schulentwicklung zu steuern und Gebäude in Schuss zu halten
Was sich gerade in Bezug auf die Sanierung vieler Augsburger Schulen abspielt, ist ein Armutszeugnis für die Stadt als Sachaufwandsträger.
Wie in der Beschlussvorlage/18/01739 Peutinger Gymnasium des nächste Woche tagenden Stadtrats (TOP 13) nachzulesen, hat die Stadt innerhalb eines Jahres keine Räume für eine vorübergehende Nutzung durch die Gymnasiasten des Peutinger Gymnasiums finden können, die aufgrund einer Brandschutzsanierung ausziehen müssen. Konsequenz davon ist, dass das Peutinger Gymnasium in Zukunft weniger neue Schülerinnen und Schüler aufnehmen soll.
Gleichzeitig verkauft die Stadt fußläufig erreichbare städtische Immobilien, die eine gute „Interimslösung“ dargestellt hätten (Fuggerstr. 12). Hier wurde ohne Not wurde ein attraktives Grundstück in der Innenstadt abgegeben.
Überhaupt: Was hat die Stadt Augsburg die letzten 30 Jahre an den Augsburger Schulen gemacht? Die viel zitierte „schwäbische Hausfrau“ spart, wenn Sie ein Haus besitzt, jährlich 2 % des Wertes ihrer Immobilie für immer wieder anstehende Sanierungen. Die Stadt offenbar nicht. Daher ist auch nie Geld für Reparaturen da.
Gleichzeitig hält die schwäbische Hausfrau ihr Häuschen in Schuss. Viele kleine Reparaturen sind auf Dauer billiger, als alles völlig verwahrlosen zu lassen und dann eine Generalsanierung machen zu müssen.
In Augsburg sind aufgrund mangelnden Bauunterhalts in mehreren Schulen die Treppenhäuser mit „Notabstützungen“ versehen, damit sie nicht einkrachen (St. Anna Grundschule, Löweneckschule). Der Brandschutz ist vielerorts so katastrophal, dass die Schulen kurz vor der Schließung stehen. Die Johann-Strauß-Grundschule beispielsweise hat gerade noch eine Genehmigung bis zu Beginn des Kalenderjahrs 2020. Dann muss Sie aufgrund der Mängel im Brandschutz geschlossen werden (TOP 12, BSV/18/01733 „Johann-Strauß-Grundschule“).
Angesichts der Tatsache, dass die Stadt kalkulierte 186 Mio € für die Sanierung des Stadttheaters ausgibt (wobei davon auszugehen ist, dass die Kosten sich hier locker verdoppeln), gleichzeitig aber offensichtlich nicht genügend Geld hat, ihre Schulen im benötigten Maße auszubauen, zu sanieren und zukunftsfähig zu gestalten, stellt sich schon die Frage: Was denken die Verantwortlichen bei dieser Politik?
Hier sieht man auch, warum das Streikrecht für Lehrer unabdingbar ist: Die Lehrer müssten sich angesichts der katastrophalen baulichen und räumlichen Situation weigern dürfen zu unterrichten und mit Streiks auf die Lage an den Schulen aufmerksam zu machen.
Neben mangelnden Brandschutz geht es hier auch um so gesundheitsgefährdende Mängel wie Schimmel in Unterrichtsräumen (in der FOS/BOS z.B. mussten schon mehrere Unterrichtsräume wegen Schimmelbefalls gesperrt werden).

In Angesicht der zu bewältigenden Sanierungen und Erweiterungen (Rückkehr des G9!) ist nicht zu sehen, wie die Stadt Augsburg mit ihrem bisherigen Vorgehen und ihrem sehr knappen Budget hier zu einem nachhaltigen Erfolg kommen möchte. Die Schülerinnen und Schüler in Augsburgs Schulen sind, genauso wie die Lehrerinnen und Lehrer, auch in den kommenden Jahren Dauerbaustellen, Raummangel und untragbaren Zuständen in ihren Lehr- und Lernorten ausgesetzt!

Vortrag „Bildung und Digitalisierung an Schulen“ am 16. Mai 2018

Vortrag  von Prof. Dr. phil. Ralf Lankau mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion
Wirtschaftsverbände, IT-Industrie und Politik fordern, Digitaltechnik und Programmiersprachen möglichst früh zu unterrichten, um Schülerinnen und Schüler „fit für die digitale Zukunft“ zu machen. Der Nutzen von Digitaltechnik in Schulen lässt sich aber gar nicht belegen. Die Frage lautet daher: Welche Interessen stecken tatsächlich hinter den Forderungen der „Digitalisierung von Bildungseinrichtungen“? Und was sind konkrete Alternativen, wenn man Schule und Unterricht vom Menschen und seinen Lernprozessen her denkt und nicht von Wirtschaftsinteressen, Geräten und Märkten?


Wo?
Anna Forum, Im Annahof 4, 86150 Augsburg, Vortragsraum im 2. OG

Wann? Mittwoch, 16.05.2018, 18:30 – 20.00 Uhr

Veranstalter: GEW Augsburg

Ralf Lankau ist Professor für Mediengestaltung und -theorie an der Hochschule Offenburg. Er unterrichtet seit 1985 Gestaltungstechniken mit analogen und digitalen Werkzeugen und produziert seit 1988 selbst digital. Seit 2002 ist er Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Er leitet die grafik.werkstatt an der Fakultät Medien und Informationswesen und publiziert zu Mediengestaltung, Digitaltechnik und (Medien-) Pädagogik.

Durch die langjährige analytische und kritische Auseinandersetzung mit Medien, Digitaltechnik und Netzwerken sowie den Folgen der zunehmenden Kontrollstruktur durch digitale Geräte und Dienste vertritt Lankau eine stark medienkritische Position als Gegenposition zur vorherrschenden Digitaleuphorie (siehe Projekt „futur iii“).

 

Seine neueste Veröffentlichung zumThema ist die Monographie: Kein Mensch lernt digital (2017), Über den sinnvollen Einsatz neuer Medien im Unterricht, Beltz-Verlag, Weinheim