Schlagwort-Archive: Schulen

Pressemitteilung

DIE GEW KV Augsburg unterstützt das Bürgerbegehren für ein Moratorium und Umplanung der Staatstheatersanierung

Augsburg, 2.10.2020. Die Stadt Augsburg hat 2015 eine Sanierung des Stadttheaters für ca. 186 Millionen Euro beschlossen. Schon damals wurde Kritik laut. Einerseits, dass für so viel Geld einfach ein Theater(konzept) aus dem 19. Jahrhundert fortgeschrieben wird, statt ein Theater für die Menschen und Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts zu planen und zwar in einem offenen Prozess unter Beteiligung aller Bürger*innen. Andererseits wurde schon 2015 von vielen Seiten Skepsis daran geäußert, dass die 186 Millionen Euro für die Sanierung auch nur annähernd ausreichen.

Dr. Tobias Bevc: „Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht sich als Bildungsgewerkschaft für alle Menschen jeglicher Herkunft. Wir sind der Auffassung, dass ein Theater nach altem Konzept nur die oberen zehn Prozent der Stadtgesellschaft erreicht.

Die Aufgabe von Kultur und Theater im 21. Jahrhundert muss aber eine andere sein als die der Distinktion und der bourgeoisen Pflichterfüllung. Die Aufgabe muss (inter-)kulturelle Bildung für alle sein. Diese Bildung muss eine entsprechende Ansprache und Sprache finden. Das Bürgerbegehren bietet die Chance, sowohl die Kostenseite, als auch die inhaltliche und methodische Ausrichtung des Theaters neu zu definieren. Damit ließe sich ein kostengünstigeres und plurales Theater auf die Beine stellen, das allen besser dienen wird.“

Dies wäre ein Ergebnis, das wir von der GEW Augsburg sehr begrüßen würden. Wir unterstützen das Bürgerbegehren, weil es die Chance eröffnet, das Theater für die ganze Stadtgesellschaft zu öffnen und dabei auch noch Geld einsparen zu können.

„Die gegenwärtigen Verzögerungen bei den Schulsanierungen in Augsburg zeigen deutlich, dass schon jetzt das Geld für wichtige kommunale Pflichtaufgaben fehlt und in den kommenden Jahren immer mehr fehlen wird. Ich möchte gerne daran erinnern, dass das Theater eine freiwillige Aufgabe ist, die wir auch sehr begrüßen würden, wenn das Geld für die Pflichtaufgaben vorhanden wäre“, so Bevc weiter.

Pressemitteilung: Der Mangel an digitalen Endgeräten

Die Corona-Krise führt die zunehmende Spaltung der Gesellschaft auch an Schulen deutlich vor Augen

Augsburg, 18.06.2020. Die Corona-Pandemie führt die digitale Spaltung der Gesellschaft drastisch vor Augen. Während die meisten Gymnasien und Gymnasiasten zumindest hinlänglich über die technischen Voraussetzungen für das Homeschooling verfügen (ca. 20-25% der Gymnasiast*innen in Augsburg haben noch Bedarf an Geräten, laut einer nicht repräsentativen Umfrage), fehlt es Mittelschulen und ihren Schüler*innen am Nötigsten. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien, von Geringverdienern und aus Familien mit Migrationshintergrund stehen deutlich schlechter da als ihre Altersgenossen aus finanziell besser gestellten Familien.

Wer digital lernen will, braucht zudem Eltern, die genug Zeit und Know-How haben, sich mit Laptop und Lernplattformen auseinanderzusetzen. Gerade in den Familien von Mittelschülern ist diese Ressource häufig Mangelware. Das liegt daran, dass in Deutschland ein zutiefst ungerechtes Land ist, was die Bildungschancen angeht. Nach wie vor – das zeigt auch ein Blick in den Augsburger Sozialbericht und in das Augsburger Bildungsmonitoring – besuchen vor allem Kinder aus materiell gesicherten bis gut ausgestatteten Elternhäusern das Gymnasium. Auf den Mittelschulen landen dagegen überproportional viele Kinder aus armen Familien.

„Die Politik sollte alle Kraft darauf verwenden, diese Schieflage endlich zu beseitigen. Die GEW fordert: Alle Kinder, ob aus armen oder reichen Familien, haben das Recht auf Chancengleichheit in der Bildung. Kinder aus armen Elternhäusern brauchen nicht nur die digitale Ausstattung. Die Politik muss auch dafür sorgen, dass ihre schlechteren Startbedingungen in der Schule aufgefangen und wettgemacht werden. Es gilt wie so oft die Feststellung von Prof. Dr. Christoph Butterwegge: Die Kinder sind nicht verantwortlich für die Armut in der sie aufwachsen. Daher muss die Gesellschaft sie besonders fördern und unterstützen“, so Dr. Tobias Bevc, Vorsitzender der GEW Augsburg.


„Auch die GEW Augsburg sammelt Laptops. Insbesondere für Schüler*innen an Mittelschulen. Uns ist allerdings bewusst, dass wir damit nur ein Pflaster auf die in der Krise deutlich sichtbaren Wundstellen der Gesellschaft kleben. Was Not tut: Ein Systemwechsel, der endlich wirkliche Chancengleichheit garantiert“, so Bevc weiter.

Corona an Schulen

Liebe Kolleg*innen,

 die Lage ist sehr ernst. Sie sollte auch so von allen wahrgenommen werden.

Trotzdem werden anscheinend weiterhin an Schulen Dienstbesprechungen und Konferenzen abgehalten. Die Dienstpflicht der Lehrkräfte wird fälschlicherweise als Präsenzpflicht interpretiert.

Das entspricht in keinster Weise den von der Staatsregierung ausgerufenen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Ausrufung des Katastrophenfalls.

Der untenstehenden Link, der von oberster Stelle kommt, bietet mehr als eine gute Argumentationshilfe.

https://www.bayern.de/corona-pandemie-bayern-ruft-den-katastrophenfall-aus-veranstaltungsverbote-und-betriebsuntersagungen/

Schulleitungen, die das ignorieren, handeln grob fahrlässig und gegen ihre Fürsorgepflicht. Ich kann euch nur ermutigen, jeglichen Veranstaltungen im schulischen Kontext fernzubleiben.

Verlangt außerdem für alle Aufgaben, die euch übertragen werden, eine schriftliche Dienstanweisung, aus der die dringende Notwendigkeit hervorgeht.

Passt auf euch und eure Lieben auf  as, was getan werden muss.

Kollegiale Grüße

Katrin Fischer, Mittelschullehrkraft

Personalrätin im Schulamt Augsburg-Land

Stellvertretende Vorsitzende GEW KV Augsburg

CSU und Frau Weber verursachen Chaos rund um die HSA-Akademie

Augsburg, 9.03.2020. Als ob es einen neuen Beweises bedurft hätte, dass die derzeitige Stadtregierung in Sachen Schul- und Bildungspolitik völlig unfähig ist, beschert sie uns nun das katastrophale Chaos rund um die HSA Akademie. Rund 600 Schülerinnen und Schüler und 80 Lehrkräfte sind betroffen. Sehenden Auges der Schließung zuzusehen und nicht zum Wohle der Schulfamilie zu intervenieren ist ein Skandal. Dass aber das Fell (in dem Fall das Schulgebäude und Gelände der HSA Akademie) schon verteilt ist, bevor der Bär erlegt ist, ist schlechter Stil.

Dem Peutinger Gymnasium das Gelände und Gebäude versprechen, das seit Jahren unter knappen Raumbedingungen leidet und dringend saniert werden muss, während unklar ist, was mit den Lehrkräften und SchülerInnen der HSA wird, ist unverantwortlich. Wie steht nun das Peutinger da, das völlig unbedarft sich über neue Räume freute und bereits den Umzug in 1 ½ Jahren – unter Vorbehalt der Zustimmung des Stadtrates – verkündete? Wo sollen denn die 600 SchülerInnen der HSA Akademie hin? Die Augsburger Realschulen platzen aus allen Nähten und auch für die anderen Schülerinnen der Berufsfachschulen und Wirtschaftsschule wird sich nicht sofort ein Platz finden. Ganz zu schweigen von den LehrerInnen. Die Pflicht der Kommune bzw. des Freistaats Bayern wäre es

1. Die verschiedenen Schulen der HSA Akademie zu übernehmen und weiterzuführen – schon alleine aus Verantwortung gegenüber den Schülerinnen und Schülern und den Lehrkräften. Offensichtlich gibt es ja einen dringenden Bedarf für diese Schulplätze.

2. Gleichzeitig einen auf diesem Gelände möglichen (Interims-)Erweiterungsbau vorzunehmen, in den das Peutinger Gymnasium solange einziehen könnte, bis das derzeitige Peutinger-Schulgebäude vollständig saniert ist. Für eine Weiternutzung dieses Gebäudes werden weiterhin anstehende Schulsanierungen im ganzen Stadtgebiet mit Sicherheit sorgen!

3. Der Sache auf den Grund zu gehen, wie die CSU über eine nichtöffentliche Beschlussvorlage eine Stunde nach ihrer Veröffentlichung eine Pressemitteilung und einen entsprechenden Antrag schreiben kann!

„Frau Weber und die derzeitige ganz große Koalition im Augsburger Rathaus offenbart mit dieser neuesten Nacht- und Nebelaktion – kein Mensch hat mit den Betroffenen an der HSA Akademie gesprochen – dass die Verantwortlichen verzweifelt nach Schulräumen suchen um dringende Renovierungen in vielen städtischen Schulen vorzunehmen. Die dafür notwendigen Vorbereitungen haben sie aber über die letzten 12 Jahre versäumt. Daher kann ich nur jedem empfehlen, die Kommunalwahlen zu nutzen, um dieses Bildungschaos abzuwählen!“, so Dr. Tobias Bevc, GEW Kreisvorsitzender in Augsburg.

Am kommenden Samstag demonstriert die GEW erneut gegen das Bayerische und Augsburger Bildungschaos (14.03.2020, Rathausplatz, 14:00 Uhr). Wir laden alle Betroffenen des derzeitigen Augsburger Bildungschaos‘ ein, zu dieser Demonstration zu kommen und ihrem Unmut zu diesem „Weber-Paket“ laut zu äußern. Es wird ein offenes Mikrofon geben.

PM Digitalisierung an Schulen

Augsburg, 6.02.2019. Wenn man die öffentliche Diskussion um die Digitalisierung in Schulen verfolgt, bekommt man den Eindruck, die Schüler würden in Bayerns Schulen vernachlässigt, nur weil keine bzw. wenige Tabletts und Internetverbindungen zur Verfügung stehen.

Indes, bislang ist noch nirgends der Nachweis erbracht worden, dass digitales Lernen tatsächlich einen substantiellen – oder wenigsten einen winzig kleinen – Vorteil beim Lernen mit sich bringt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Schulversuche in den Niederlanden mit sogenannten IPad Klassen wurden aufgrund mangelnden Lernerfolges wieder eingestellt. Die analog lernenden Schülerinnen in Vergleichsklassen waren den digital lernenden in allen verglichenen Kompetenzbereichen deutlich voraus. Die Kinder der Internetgurus im Silicon Valley gehen in analoge Waldorfschulen – die wissen schon warum, schließlich produzieren sie den Müll mit seinen süchtig machenden Strukturen und Funktionsweisen.

Warum sollten wir unseren Kindern diesen Mist antun, wenn es nicht einmal die Erfinder und Profiteure dieser Dinge tun?

Betrachtet man die Ergebnisse von Neurobiologen, die Lernforschung betreiben, so sind die Ergebnisse eindeutig: Frühestens ab dem Alter von 14 Jahren ist die Auseinandersetzung mit Bildschirmmedien überhaupt sinnvoll. Für jüngere Kinder und Heranwachsende ist das Gegenteil der Fall. Aber auch ab dem Alter von 14 gilt die Faustregel: Digitale Medien nur dort einsetzen, wo es wirklich sinnvoll ist, wo sie also einen echten Vorteil gegenüber analogen Lehrmitteln haben, etwa bei der Recherche nach aktuellen Themen.

Darüber hinaus ist die existierende Lernsoftware nicht ausgereift. Meist lernen die Schülerinnen, die Software zu überlisten, nicht aber die gestellten Aufgaben zu lösen. Das kann man zwar auch als „Lernfortschritt“ bezeichnen, dieser steht jedoch noch nicht im Lehrplan.

Zu guter Letzt bleibt noch festzustellen: Das Gerede von „digitaler Kompetenz“ ist Gewäsch. Wer einmal ein Kind mit einem digitalen Medium gesehen hat, weiß, wie schnell es herausfindet wie es funktioniert und wie es findet, was es finden will.

Was die Kinder und Jugendlichen brauchen, sind soziale Kompetenz und politische Bildung. Nur so können sie der Gefahr entgehen, die schöne neue Digitalwelt nicht als Mobbingwerkzeug zu missbrauchen und nur so können sie zu einem echten Koordinatensystem gelangen, der sie durch all die Informationen des digitalen Kosmos‘ hindurchführt, eine Art Ariadnefaden aus politischen Grundwerten und Achtung vor der/dem Andersdenkenden.

Beides erlernt man am besten Offline  – in der Schule, im Verein und natürlich auch zu Hause!

Demonstration: Richtet unsere Schulen Freitag, 5.10.2018, 17:30 Uhr, Moritzplatz


Demonstration: Richtet unsere Schulen

Am 10. September 2018 gründete sich die Schülerinitiative Augsburg (SIA); eine unabhängige Bewegung aus Schülern und Interessierten, die auf die Versäumnisse, Probleme und Verfehlungen der Bildungspolitik aufmerksam machen möchte.

Neben überfüllten Klassen mit mehr als 30 Schülern, sind auch die maroden Fassaden und der teils nicht erfüllte Brandschutz an mehreren Augsburger Schulen zu bemängeln. Am Peutinger-Gymnasium gibt es beispielsweise Räumlichkeiten, unter anderem auch den Theatersaal, welche aufgrund von fehlenden Brandschutzmaßnahmen nicht mehr benutzt werden dürfen.

In der Berufsschule 1 wurde Asbest in den Wänden nachgewiesen, weswegen teuer angeschaffte Smart-Boards nur durch entsprechendes Fachpersonal mit Sicherheitsausrüstung angebracht werden dürfen. Die lange Mängel-liste veranlasste einige dort unterrichtende Lehrer, mit Nachdruck einen Neubau der Berufsschule 1 zu fordern.
Die Fassaden und Toiletten des Jakob Fugger-Gymnasiums, sowie des St. Anna Gymnasiums sind – wie auch die an vielen anderen Augsburger Schulen – stark sanierungsbedürftig und spiegeln treffend das Bild der jahrelangen Sparpolitik wider.

Ziel der Initiative ist es, die Politik an die maroden Augsburger Schulen zu erinnern und sie nun endlich zum Handeln zu bewegen.

Aufgrund dessen ruft die SIA und die GEW Hochschulgruppe zu einer Demonstration am Freitag, den 05.10.2018 auf. Beginn ist um 17:30 Uhr am Moritzplatz.