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Aktionswoche „Traumjob Wissenschaft“ an der Uni Augsburg am 4.11. 2015

In Augsburg wurde auf die bundesweite Aktionswoche „Traumjob Wissenschaft“ der GEW mit einer Kundgebung, dem Verteilen von Informationsbriefen und einer Podiumsdiskussion aufmerksam gemacht. Zentrales Anliegen für alle Beteiligten war es die prekären Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen und auch an der eigenen Universität zu thematisieren und anzuprangern. Die Podiumsdiskussion am Abend des 4.11. widmete sich dementsprechend dem Thema „Traumjob oder Jobtrauma? Schlechte Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“. Auf dem Podium waren vertreten der Vizepräsident der Universität Prof. Dr. Peter Welzel, die Landtagsabgeordnete von Bündnis90/die Grünen Rosi Steinberger, der Mittelbauvertreter Marcus Kollar und der Vertreter der AG „Prekäre Beschäftigung“ Michael Lippok – moderiert von unserem GEW KV-Vorstandsmitglied Tobias Bevc.

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Informationsveranstaltung und Diskussion an der Universität Augsburg am 1.Juli 2015

„Traumjob Wissenschaft“ oder prekäres Job-Trauma?

Zu Situation und Karriereaussichten des wissenschaftlichen Personals an deutschen Universitäten und Fachhochschulen referierte am 1.Juli

Dr. Andreas Keller

Die Entwicklung: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse

Die Lage des wissenschaftlichen Lehrpersonals an den Universitäten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Besonders betroffen sind die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und die Lehrbeauftragten.

Man kann durchaus von einer Prekarisierung sprechen: Drei Viertel des wissenschaftlichen Personals ist nur befristet beschäftigt. Die Verträge werden immer kurzfristiger abgeschlossen. Die wissenschaftliche Lehre wird zu einem immer größeren Anteil von nahezu rechtlosen Lehrbeauftragten durchgeführt, die mit einem Stundenlohn deutlich unter dem Mindestlohn entlohnt werden. Viele der befristeten Arbeitsverhältnisse sind nur Teilzeitstellen (Stellenteilung, Drittelung (!) von Stellen).

Aufgrund dieser Entwicklungen ist eine vernünftige Karriereplanung für Nachwuchs-wissenschaftler*innen praktisch nicht möglich.

Diese negative Entwicklung muss zunächst einmal erkannt werden.

Die Forderung: Prekäre durch reguläre Beschäftigung ersetzen

Dieser Vortrags- und Diskussionsabend will aber nicht nur Missstände anprangern.

Vielmehr wird Dr. Andreas Keller das „Templiner Manifest“ und den „Herrschinger Kodex“ vorstellen. Beide sind Vorschläge der GEW, wie das Wissenschaftssystem und die in ihm herrschenden Arbeitsbedingungen zukunftsfähig gemacht werden können.

Die Wissenschaft und damit die Hochschulen sollen wieder zu attraktiven Arbeitgebern werden, die ihrer ursprünglichen Funktion, der Forschung und Lehre, wieder vollumfänglich gerecht werden und dabei gleichzeitig den Mitarbeiter*innen sichere Karrierewege anbieten können.

Dies wird im Resultat auf bessere Forschung und verbesserte Studienbedingungen hinauslaufen.

Zur weiteren Information:

„Herrschinger Kodex“

„Templiner Manifest“